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André J. Pauwels

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Theologe. Autor. Blogger.

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Der Zauberer aus Haus 13 – Kapitel 5

Posted on März 27, 2026März 13, 2026 by admin

Kapitel 5 – Streit auf der Straße

Die vergangenen Tage hat Ben damit verbracht, voller Spannung und Anspannung auf eine schriftliche Antwort von seinem Nachbarn zu warten, aber als erst nach einer Woche, dann nach zehn Tagen und nun nach zwei Wochen kein Antwortbrief ins Haus geflattert ist, gibt Ben die Hoffnung allmählich auf, dass Herr Margow auf seine kleine Finte reingefallen sein könnte.
„Vielleicht hat er einfach durchschaut, was ich vorhabe und hat dann beschlossen, sich nicht auf dieses Spiel einzulassen. Vielleicht hat er meinen Brief aber auch gar nicht gelesen oder nicht bekommen, wer weiß. Vielleicht hat der Herr aber auch einfach keine Lust, auf so eine Anfrage zu reagieren. Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Ich werds wohl nie erfahren und brauche offensichtlich einen neuen Ansatz, um an meine Informationen zu kommen.“
Ben lehnt sich in seinem Schreibtischstuhl zurück und seufzt einmal laut, denn ihm kommen allmählich Zweifel, ob er sich mit seiner Story über den alten Mann nicht in eine Obsession begeben hat, die am Ende ins Leere läuft und ihn bloß von anderen, gewinnbringenden Stories abhält.

Als er sich gerade dazu durchringt, die Sache eine Weile ruhen zu lassen und sein Leben in seinem Haus mehr zu genießen, klingelt es an der Tür. Ben macht sich auf den Weg und steht Sekunden später seinem Postboten gegenüber, der ihm offenbar persönlich einen wirklich schönen Brief überreichen will:
„Guck mal, Ben, jetzt bekommst du auch mal so einen tollen Brief von Herrn Margow, das ist ja toll!“, freut er sich, runzelt dann aber kurz die Stirn und hakt irritiert nach: „Aber wieso bekommst du überhaupt einen Brief von Herrn Margow, Ben? Ihr wohnt doch nebeneinander, könnt ihr da nicht direkt miteinander sprechen?“
„Mist, das wollte ich eigentlich vermeiden“, schießt es Ben durch den Kopf, aber seine jahrelange Übung hilft ihm, spontan zu reagieren, „ach, weißt du, du hast so begeistert von den Briefen erzählt, dass ich auch einfach gerne mal so einen hübschen Brief bekommen wollte. Also habe ich ihn darum gebeten. Schön, dass er mir geantwortet hat.“
„Achso, ja, das kann ich verstehen. Dir hat er auch ganz besonderes Papier geschickt, es ist etwas dicker als sonst und hat ein Blumenmuster, das ich noch nicht gesehen habe. Er scheint sich Mühe gegeben zu haben“, bemerkt der Postbote und überreicht Ben seinen Brief, dem sofort auffällt, dass er ungewöhnlich schwer ist.

Ben will sich schon ganz aufgeregt über den Antwortbrief von seinem Postboten verabschieden, als beide plötzlich lautes Geschrei und Gemecker aus Richtung des Grundstücks von Herrn Margow hören und sich direkt neugierig auf den Weg machen, um zu sehen, was los ist. Damit sind sie nicht allein, denn auch Konny, Ellie und Claudia treffen sie mit entsetzten Minen auf der gegenüberliegenden Straßenseite an.
Ben wendet sich an die schlagfertige Konny:
„Was ist denn hier los?“
„Heinz und Herr Margow streiten sich“, setzt diese gerade an, als Ben sie direkt unterbricht:
„Wer ist Heinz?“
„Heinz Schanz, wohnt unten in der 3. Ein griesgrämiger, alter Kerl, der immer bloß meckert und überall Geister sieht. Früher war er eigentlich echt nett.“
„Aha, danke für das kurze Briefing. Worüber streiten sie denn?“
„Das wüsste ich auch gerne, aber ich werde hier ja von nem jungen Mann davon abgehalten, zuzuhören“, blitzt Konny ihn aus den Augenwinkeln an und dieser nimmt sofort abwehrend die Hände vor die Brust: „Ist ja gut, ich bin ja still.“

Ben wendet seine Aufmerksamkeit dem Geschehen vor der Haustür von Haus 13 zu und stellt fest, dass die Beschreibung, die beiden stritten miteinander, falsch ist, denn von Herrn Margow ist kein Wort zu hören, denn tatsächlich schreit bloß Heinz:
„Seit Sie hier sind, geht alles den Bach runter! Früher haben wir hier in Ruhe leben können, bis Sie mit Ihren komischen Tricks hier aufgetaucht sind! Erst haben Sie meiner Frau damit den Kopf verdreht und dann ist sie gestorben und dann haben Sie mit Ihren ganzen Tiertricks dafür gesorgt, dass mein Hund gestorben ist. Sie sind doch bestimmt ein Spion, der unsere Gehirne manipulieren soll, damit wir irgendwann nicht mehr wissen, wer wir eigentlich sind…“

Ben wird Heinz‘ Tirade an dieser Stelle etwas zu wild und er wendet sich an Konny:
„Sollten wir da nicht mal eingreifen? Das wird doch ziemlich wild gerade“, was Konny allerdings mit einem energischen Kopfschütteln quittiert: „Nein, das wird nichts bringen, Heinz lässt sich nicht aufhalten, wenn er erstmal in Rage ist.“
Ben rollt einmal mit den Augen, denn das klingt für ihn nach einer klassischen Ausrede, weshalb er es selbst in die Hand nimmt, zu versuchen, die Situation zu beruhigen. Er geht über die Straße und macht sich den beiden Männern bemerkbar, was Heinz dazu veranlasst, sich Ben zuzuwenden:
„Was willst du denn jetzt, Jungspund? Misch dich nicht ein, wenn die Erwachsenen reden!“
„Wie wäre es, wenn jetzt erstmal alle in ihre Häuser zurückgehen und der Streit später gelöst wird?“, versucht Ben es mit einer vorsichtigen Deeskalation, was den Herrn aus Haus 3 allerdings nur noch mehr auf die Palme bringt:
„Wie wäre es, wenn du dich aus Sachen raushältst, die dich einen feuchten Dreck angehen und dich selbst in dein Haus verkrümelst?“

Ben möchte zu einem weiteren Versuch ansetzen, aber Heinz hat sich schon wieder Herrn Margow zugewandt, der erstaunlicherweise vollkommen gelassen und lächelnd vor seiner Tür steht, was sein Gegenüber nur noch mehr aufregt:
„Jetzt grinsen Sie auch noch so frech, das ist ja wohl die Höhe! Sie nehmen wohl niemanden ernst, was?!“
Statt zu antworten, macht Herr Margow eine kleine Geste mit seinem Gehstock, woraufhin von hinter dem Haus ein schwarzer Schäferhund angelaufen kommt, sich rechts neben den Gehstock setzt und erwartungsvoll zu Heinz herunterschaut.
Dieser steht mit heruntergeklapptem Kiefer und weit aufgerissenen Augen da und bringt bloß stammelnd und ungläubig ein einziges Wort über die Lippen: „R…Rocky?“, woraufhin er sich auf dem Absatz umdreht und mit schnellen Schritten in Richtung seines Hauses verschwindet.

Alle Blicke wenden sich verblüfft und fragend Herrn Margow zu, der bloß milde lächelt und mit der Erklärung „Manchmal ist alles, was man braucht, ein vertrautes Gesicht“ samt Hund in seinem Haus verschwindet.

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