Bert fummelt an seinem Radio herum und versucht, seinen Lieblingssender, Radio 3, wieder klar reinzubekommen, was ihm mit etwas Feingefühl und ein wenig Zeit auch gelingt. Zufrieden lehnt er sich in seinem Sitz zurück, legt seinen Arm wieder auf die Tür und genießt den Fahrtwind in seinem Gesicht. Er fährt gerade über die Brücke am Kanal und sieht, wie im Augenwinkel ein großes Schiff angefahren kommt.
Er beschließt spontan, auf dem Parkplatz hinter der Brücke zu halten und ein wenig Schiffe zu gucken. Er setzt seinen Blinker, muss kurz stehen bleiben, um ein entgegenkommendes Auto passieren zu lassen und biegt schließlich links auf den Parkplatz ein. Langsam fahrend sucht er nach dem besten Platz, um sein Auto abzustellen, immerhin hat er nicht vor, für seinen kurzen Zwischenstopp das Verdeck seines Cabrios zu schließen und möchte wegen potentieller Vögel nur ungern unter Bäumen parken. Es stellt sich aber heraus, dass seine Bedenken unnötig waren, da er der einzige Mensch auf diesem Parkplatz ist und so stellt er sein Auto mit bestem Blick auf den Kanal ab.
Zufrieden steigt er aus und hält bereits das große Schiff fest im Blick, als er vorn seinen Kofferraum öffnet und eine kleine Tasche herausnimmt, den Kofferraum wieder schließt, abschließt und nach einer abschließenden Überprüfung zu einer kleinen Bank am Kanal herübergeht und sich setzt. Jetzt fällt ihm auf, dass er die Größe des Schiffs noch unterschätzt hat, denn es handelt sich doch tatsächlich um einen Hochseetanker und noch während Bert sich fragt, wieso es so ein großes Schiff hierher verschlagen hat, fällt ihm ein, dass er seit der Vergrößerung des Kanals nicht mehr hier war und er die neuen Dimensionen dieses Ortes gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.
Nach einigen Momenten, in denen Bert genießt, wie der Tanker langsam auf ihn zukommt, öffnet Bert seine kleine Tasche und nimmt seine Pfeife, seinen Stopfer und den Tabakbeutel heraus und beginnt in aller Ruhe damit, ein wenig Tabak aus dem Beutel zu nehmen und in seine Pfeife zu stopfen, um ihn dann mit seinem Daumen leicht festzudrücken. Diesen Vorgang wiederholt er zwei weitere Male und schließt das Stopfen mit seinem Stopfer ab, indem er mit diesem nun etwas fester als mit dem Daumen zuvor auf den Tabak drückt und sein Werk abschließend zufrieden begutachtet. Bert liebt dieses beruhigende Ritual, das mit Konzentration, Feingefühl bei gleichzeitiger Vorfreude verbunden ist und für ihn einen meditativen Charakter hat. Zum Schluss packt er den Tabak zurück in die kleine Tasche und holt stattdessen seine Streichhölzer heraus, entzündet eins, lässt es kurz anbrennen und entzündet dann vorsichtig unter ersten Zügen seine Pfeife. Als schließlich der Tabak gleichmäßig glimmt, schüttelt er das Streichholz aus und legt es neben sich auf die Bank.
Mit den ersten genüsslichen Zügen lehnt Bert sich an und richtet den Blick wieder auf das Schiff, das nun langsam an ihm vorbeizieht. Er ist einen Moment sehr erstaunt darüber, wie langsam dieses Schiff sich bewegt und stellt dann fest, dass es so kurz vor der Schleuse zwei Kilometer weiter so gemächlich unterwegs sein muss, weil sich die Crew wohl schon auf die Einfahrt vorbereitet. Sein Blick wandert dann den Kanal in Richtung der Schleuse entlang, von wo er zwei weitere Schiffe anfahren sieht: ein größeres Flusskreuzfahrtschiff und ein kleineres Boot, das er noch nicht so recht erkennen kann. Das kleinere Boot ist jedoch deutlich schneller als das Kreuzfahrtschiff unterwegs und überholt es in der Ferne zügig, sodass Bert einige Momente später erkennen kann, dass es sich um eine kleine Yacht handelt.
Bert wird in seiner kontemplativen Schiffsschau jäh unterbrochen, als er hört, wie ein Auto auf den Parkplatz auffährt, weshalb er sich danach umdreht und beobachtet, wie es unter den Bäumen im Schatten parkt, was Bert bei dem Wetter für eine gute Idee hält. Ein junges Paar steigt aus und während sie sich einmal in Ruhe umschaut und streckt, geht er zum Kofferraum und nimmt einen großen Picknickkorb heraus und beide machen sich auf einem anderen Weg als Berts auf zum Grünstreifen am Ufer des Kanals.
Bert wendet mit einem breiten Grinsen seine Aufmerksamkeit wieder dem großen Tanker zu und stellt fest, dass die kleine Yacht in der Zeit ein deutliches Stück nähergekommen ist und er sie nun schon deutlich besser erkennen kann. Als sie einige Momente den Bug des Tankers erreicht, werden Bert die wirklichen Ausmaße des Tankers noch einmal schlagartig bewusst, denn die Yacht verdeutlicht durch den Größenunterschied, wie groß der Tanker tatsächlich ist und Bert ist nachhaltig beeindruckt.
Mit seinen Augen folgt er dem kleinen Schiff vor der Hintergrundkulisse des großen Schiffs und muss über diese Szene ein wenig schmunzeln. Er grüßt den Kapitän der Yacht mit seiner Pfeife freundlich, als diese an ihm vorüberfährt, was dieser mit einem netten Gruß erwidert.
Bert folgt mit dem Blick dem Schiff weiter, als es sich zügig entfernt und bleibt schließlich bei dem Paar hängen, das es sich in der Zwischenzeit auf seiner Decke gemütlich gemacht hat. Er beobachtet das Paar dabei, wie es sich mit einem Glas Sekt zuprostet, einen Schluck trinkt und sich dann einen Kuss gibt. Die beiden wenden ihre Aufmerksamkeit den Schiffen zu und der junge Mann legt seinen Arm um seine Partnerin, die daraufhin ihren Kopf auf seiner Schulter ablegt.
Von dieser Beobachtung gerührt, wendet Bert seine eigene Aufmerksamkeit wieder seiner Pfeife zu, die er nun langsam ausgehen lässt und ein wenig den nostalgischen Gefühlen in seinem Innern nachspürt. Währenddessen putzt und reinigt er seine Pfeife und verstaut sie wieder in seiner kleinen Tasche, erhebt sich dann von seinem Platz und macht sich auf den Weg zurück zu seinem Auto. Mit einem letzten Blick zum sich mittlerweile entfernenden Tanker schließt er sein Auto auf, setzt sich wieder hinein, lässt den Motor an und fährt wieder zurück auf die Straße, um seinen allsonntäglichen Weg fortzusetzen.

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