Ein gemeinsamer Adventskalender von meiner Frau und mir. An Tag 5 geht es darum, zu sagen, was mir an der Kirche meiner Frau gefällt.

Als Katholik bin ich ja gewohnt, dass Veränderungen und Entscheidungen meiner Kirche mitunter Jahrhunderte brauchen oder nie geschehen, selbst, wenn es um vermeintlich „einfache“ Fragen geht, wie die Weihe von verheirateten Männern zu Priestern unter Beibehaltung eines Zölibats für unverheiratet geweihte Priester. Werden die Themen kontroverser, wie beispielsweise den Zölibat ganz aufzuheben oder Frauen zu Priesterinnen zu weihen, dann sind wir wieder bei den Jahrhunderten, die ins Land gehen, bevor sich etwas tut. Natürlich ist das nicht bei jedem Thema so und auch die katholische Kirche ändert sich und in anderen Bereichen können manchmal Dinge sehr schnell gehen, die man ein Jahr vorher noch gar nicht für möglich gehalten hat, zum Beispiel die Leitung von Pfarreien durch Nicht-Priester. Diese Dinge sind aber häufig von einer gewissen Not getrieben und oft nicht aus einer Überzeugung heraus.
Da ist es schön zu sehen, wie die NAK vorgeht: Eine größere Kommission hat sich über einen längeren Zeitraum mit der Frage beschäftigt, ob das ordinierte Amt eigentlich Männern vorbehalten ist oder auch Frauen offensteht. Sie haben sich hingesetzt, die Bibel befragt, theologisch diskutiert und um den richtigen Weg gebetet. Schließlich stand fest: Es spricht nichts dagegen, dass auch Frauen den Dienst am Altar verrichten dürfen und so haben sie die Frauenordination zum 01.01.2023 eingeführt. Mittlerweile gibt es bereits viele Diakoninnen und einige Priesterinnen und auch eine Apostelin wird es früher oder später geben. Ich als Katholik finde nicht bloß die Tatsache, dass dieser Prozess stattgefunden hat und zu welchem Ergebnis er gekommen ist, sondern auch den Ablauf und die Art der Kommunikation des Ergebnisses zutiefst beeindruckend. Das würde ich mir von meiner Kirche auch wünschen.

